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Jeder Waldorfkindergarten ist autonom. Über die Vereinigung der Waldorfkindergärten haben sie sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Antworten auf die drängenden Erziehungs- und Bildungsfragen zu suchen und sich gegenseitig in der Arbeit zu unterstützen.

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Heilpädagogische Waldorfschulen gehören dem Verband Anthropoi für anthroposophisches Sozialwesen an. Der Verband ist ein Zusammenschluss von Menschen, Initiativen und Einrichtungen, die ihren sozialen Auftrag aus der Anthroposophie Rudolf Steiners heraus gestalten.

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Waldorfschulen stehen für alle Kinder offen. Sie umfassen die Jahrgangsstufen 1 bis 13 und sind staatlich genehmigte Grund- und höhere Schulen. Ihr Lehrplan und die entsprechende Methodik orientieren sich an den pädagogischen Impulsen des Anthroposophen Rudolf Steiner.

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Waldorfpädagogik als ErziehnungskunstWaldorf 100 – in Bayern – München macht mit

Im Rahmen der zahlreichen Feierlichkeiten und Aktionen im Rahmen des Jubiläumsjahres hatte sich der Vorbereitungskreis für München ein großes Ziel gesetzt:

Am 11. Mai fand in der Leopoldstraße ein „Tag der Waldorfpädagogik“ statt. Die Türen öffnen, Interesse wecken, Begegnungsräume schaffen, Erfahrungen ermöglichen - unter diesem Motto sollte dieser Tag in München stehen, veranstaltet von der Vereinigung der Waldorfkindergärten, Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Bayern, Rudolf-Steiner-Schulverein Schwabing und stART international e.V. emergency aid for children. Es wurde ein dichtes und buntes Programm gestaltet, zahlreiche Workshops, Seminare und Vorträge angeboten.

Für die Vereinigung der Waldorfkindergärten begann der Tag mit einem sehr gut besuchten Vortrag von Claudia Grah-Wittich, Sozialarbeiterin, Elternberaterin und Dozentin. Über 70 interessierte ZuhörerInnen lauschten den kompetenten und an praktischen Beispielen veranschaulichten Ausführungen über die Bedeutung des Spiels für eine gesunde Entwicklung der Kinder im ersten Jahrsiebt. Am Nachmittag konnte dieses Thema noch in einem Workshop mit Frau Grah-Wittich vertieft werden.

Der Kinderarzt und stellvertretende Leiter der pädagogischen Sektion, Dr. Georg Soldner, richtete in seinem Vortrag „Die Bedeutung von Erziehung und Selbsterziehung für Gesundheit und Krankheit“ seinen Blick auf die Verantwortung und Bedeutung, die die Pädagogen und Eltern für eine gesunde Entwicklung der Kinder innehaben. Konsequent und empathisch hielt er ein Plädoyer, konsequent vom Kinde aus die Pädagogik zu gestalten und dabei die Entwicklungs,- und Inkarnationsvorgänge im ersten Jahrsiebt im Auge zu behalten. Was ist förderlich und gut für die Kinder im Kindergartenalter? „Was muss ein Gärtner tun? Er muss Leben pflegen und ermöglichen!“ , so Soldner, und: Wir müssen wieder lernen, die Kinder wachsen zu lassen, sie sich ent-wickeln zu lassen.

Soldner erinnerte eindringlich an die Aktualität von Steiners Worten im ersten Vortrag der Allgemeinen Menschenkunde, mit denen er sich an die zukünftigen Lehrer wandte und sie zu einer ehrfurchtsvollen Haltung den Kindern gegenüber aufrief. Die Aktualität der beiden zentralen Themen dieses ersten Menschenkundevortrags, Atmung und Schlaf, machte Georg Soldner durch zahlreiche Verweise auf aktuelle gesellschaftliche und medizinische Phänomene (Schlafstörungen, chronische Atemwegserkrankungen) und vertiefende Ausführungen zu geisteswissenschaftlichen Hintergründen zu Schlaf und Atmung deutlich. Die große Rolle, die der Selbsterziehung der Erwachsenen für eine gesunde Begegnungs- und Beziehungsqualität mit dem Kind zukommt, mündete in Soldners Plädoyer: „Ja“ zu jedem Kind zu sagen, ein jedes bedingungslos anzunehmen.
Schulen und Kindergärten müssten wieder Gärten des Menschlichen, Orte, an denen die Geistigkeit und Kultur leben können, werden: Orte, wo Licht, Liebe und Leben ihren Platz haben.

Nach diesen eindringlichen Worten hatten die Teilnehmer in der Mittagspause die Gelegenheit, sich im Schulbistro der Rudolf-Steiner-Schule zu stärken.

Am Nachmittag bestand dann in zwei Workshop-Einheiten ein buntes und breitgefächertes Angebot, selbst tätig zu werden und sich mit speziellen Themen zu befassen: Schnitzen, Filzen, Fragestellungen zum Kunstunterricht, der Heilpädagogik, Medien, Eurythmie, Ausbildung zur Waldorfpädagogin, Naturwissenschaft und vieles mehr.

Abgerundet wurde der Tag mit einem Vortrag von Florian Osswald, Leiter der päd. Sektion in Dornach, mit dem Titel: „Die Schule von morgen: Ein Ort der Entfaltung, eine Zeit der Entwicklung in einer Kultur der Freiheit“.

Müde und erfüllt, hoffentlich impulsiert und beflügelt, gingen die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach diesem reichhaltigen Tag nach Hause.

Auch wenn das Ziel, Menschen „von außen“ zu erreichen, Brücken zu schlagen, die „Öffentlichkeit“ in unsere Räume einzuladen, nur in sehr beschränktem Rahmen gelungen ist, so war es doch für viele Kolleginnen und Kollegen ein sehr bereichernder Tag mit zahlreicher Gelegenheit zum Gespräch, Austausch und Begegnung. So war er auf alle Fälle die große Anstrengung und Mühe wert, die erforderlich war, diese gemeinsame Aktion ins Leben zu bringen.

Herzlichen Dank an das Organisationsteam!

Text: Susanne Altenried für die Vereinigung der Waldorfkindergärten in Bayern

 

 

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"Und kurioserweise ist es so, dass wir durch die Art, uns zum Kind zu stellen, in uns die Liebe zum Kind entwickeln, dass wir es dahin bringen, es mit immer größerer Liebe zu erfassen. Und wir erwerben uns gerade dadurch eine mächtige Hilfskraft, das Kind liebend zu unterrichten und zu erziehen."

Rudolf Steiner

 

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