logo Wirtschaft anders denkenEs ist eine Tatsache, dass das Leben in unserer heutigen Zeit sehr stark vom Wirtschaftlichen beeinflusst wird und das Geschehen in der Wirtschaft und der Finanzwelt schwer zu durchschauen ist. Wie bereitet die Schule die jungen Menschen darauf vor, die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu verstehen? Und wie könnte aus einem solchen Verständnis heraus bei den Schülern, die ja zwangsläufig selbst aktiv und passiv Teil des Wirtschaftslebens sind, ein sinnvolles Handeln entstehen? Nicht nur das Konsumieren will gelernt sein.

 

Man wird sich nach der Schule und Ausbildung eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen haben, die vernünftig gestaltet sein will. Kann die Schule dafür etwas leisten?

An Waldorfschulen gibt es Fächer in verschiedenen Altersstufen, die sich mit dem Thema Wirtschaft beschäftigen. Einzelne Ansätze gibt es im Fach Gartenbau, in der 7. Klasse innerhalb eines Buchführungsunterrichts, in der 10. Klasse gibt es an einigen Schulen ein zweiwöchiges Betriebspraktikum, in der Oberstufe zum Teil Wirtschafts- bzw. Sozialkunde.

Auch gibt es an einigen Waldorfschulen Schülerfirmen, die sich dem fairen Handel widmen. Seit 2010 veranstaltet eine Initiativgruppe, der heutige Verein „Waldorfprojekte e. V.“ im Verbund mit Kollegen aus allen Münchner Waldorfschulen, die Werkstatttage „Wirtschaft anders denken“, an der jedes Jahr etwa 300 Schüler aus den 11. und 12. Klassen der Münchner Waldorfschulen teilnehmen. Ziel ist es, das schon bestehende Wissen über Wirtschaft durch eine gemeinsame Tagung zu erweitern. Die „Realwirtschaft“ zu verstehen ist das eine. Nicht erst seit der Finanzkrise ist jedoch deutlich geworden, dass das aktuelle Wirtschaftssystem eklatante Mängel aufweist und selbst in einer fundamentalen Krise steckt. Wirtschaft muss offensichtlich anders gedacht werden, wenn sich etwas in der Zukunft ändern soll. Die Zukunft sind die jungen Menschen. Kann und sollte nicht Schule Ideen entwickeln, Ideen weitergeben, damit die Schüler an einer menschengemäßeren Wirtschaft mitarbeiten? In dem selbst entwickelten "Wad-Spiel", einem Wirtschaftsspiel für Schüler und Gruppen, können nicht nur realwirtschaftliche Prozesse erlebt, sondern auch auf kreative Weise solidarisches Wirtschaften gestaltet werden.

Klaus Weißinger

Bisherige und noch geplante Veranstaltungen an den verschiedenen Waldorfschulen:
• Werkstattwoche 2010, „Wirtschaft anders denken“
• Thementage 2011, „Wirtschaft anders denken“, - Nachhaltigkeit
• Werkstatttage 2012, „Wirtschaft anders denken“ - Brüderlichkeit
• Werkstatttage 2013, „Wirtschaft anders denken“ - Das Gute Leben
• Werkstatttage 2014, „Wirtschaft anders denken“ - Geld?! Vom Geist zum Geld - vom Geld zum Geist
• Werkstatttage 2015, „Wirtschaft anders denken“ - Wirtschaft und/oder Freiheit
• Werkstatttage 2016, „Wirtschaft anders denken“ - Das menschliche Maß in der Wirtschaft
• Werkstatttage 2017, „Wirtschaft anders denken“ - Der Mensch als Unternehmer
• Werkstatttage 2018, „Wirtschaft anders denken“ - Das „Wad“-Spiel

Mehr Informationen unter: www.wirtschaft-anders-denken.de
Terminhinweis: Öffentlicher Vortrag von Gerald Häfner bei den Wirtschaft-anders-denken-Tagen

logo waldorfprojekteVeranstalter von „Wirtschaft anders denken“ in Ismaning ab 2016

schuleimwandel

 

"Und kurioserweise ist es so, dass wir durch die Art, uns zum Kind zu stellen, in uns die Liebe zum Kind entwickeln, dass wir es dahin bringen, es mit immer größerer Liebe zu erfassen. Und wir erwerben uns gerade dadurch eine mächtige Hilfskraft, das Kind liebend zu unterrichten und zu erziehen."

Rudolf Steiner

 

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